30. April 2026
IHT und Photobiomodulation
Die Erkenntnis, dass Lichtwellen einen Einfluss auf unsere Gesundheit haben, gewinnt an Bedeutung. Lichtwellen erhöhen die Energiegewinnung in den Zellen. In Verbindung mit einem Intervall-Hypoxie-Training (IHT) eigenen sich Lichtanwendungen insbesondere für Patienten in einem schlechten Allgemeinzustand.
Dem Einfluss von Licht habe ich lange Zeit keine große Bedeutung zukommen lassen. Dass Menschen in der dunklen Jahreszeit eher zu psychischen Problemen neigen, war mir bekannt, ebenso der Einfluss auf die Melatoninausschüttung. Erst als ich mich intensiver mit der Energiegewinnung in den Zellen beschäftigte, wuchs meine Erkenntnis über die Wirkung des Lichts.
Energiequelle Licht
Die Mitochondrien können die Energie aus den Nahrungsmitteln nur mit Hilfe von Sauerstoff gewinnen. Bei meinen Recherchen stellte ich mir die Frage: „Wie kommt die Energie in unsere Nahrungsmittel?“. Pflanzen bilden mit Fotosynthese aus Licht, Kohlendioxid und Wasser die Glukose. Sie wird von Menschen und Tier genutzt, um daraus Energie zu produzieren.
Nicht nur Pflanzen reagieren auf Licht, sondern auch der Mensch. Je nach der Art der empfangenen Lichtwellen fällt die Reaktion ganz unterschiedlich im Körper aus. Das für uns sichtbare Licht des elektromagnetischen Spektrums macht nur einen Teil der Wirkung aus und wird über die Augen genutzt. Neben den elektromagnetischen Lichtwellen, die wir optisch wahrnehmen können, gibt es auch einen großen Bereich elektromagnetischer Strahlen, den wir nicht sehen können. Sein Einfluss auf den Körper ist fast noch größer und recht unterschiedlich – von angenehmer Wärmeempfindung im langwelligen Bereich oberhalb des sichtbaren roten Lichts bis hin zu Verbrennungen im sehr kurzwelligen Bereich unterhalb des sichtbaren blauen Lichts.
Mehr Leistung durch Licht
In den letzten Jahren erschienen immer mehr Publikationen zur gesundheitsfördernden und heilenden Wirkung von Rot- und Infrarotlicht. Es gibt Hinweise, dass die elektromagnetischen Wellen des Nahinfrarotlichts eine direkte Wirkung auf die Atmungskette, dem letzten Abschnitt der Energiegewinnung in den Mitochondrien, hat. Für alle, die es ganz genau wissen wollen: Nahinfrarotlichtwellen wirken auf die Cytochrom-C-Oxidase (Komplex IV). In der einer Studie wurde eine sofortige Erhöhung der Energieproduktion in den Mitochondrien beobachtet. Dies ist der Grund, warum Sportler Nahinfrarotlichtwellen direkt vor ihrem Training nutzen, um im Anschluss mehr Leistung abrufen zu können. Zur Wirkung des Lichts auf die Muskulatur erscheinen zunehmend mehr Studien.
Natürliches und künstliches Licht
Die Sonne ist die größte natürliche Lichtquelle. Vor allem die ultraviolette Strahlung, insbesondere die UVB-Strahlung, ist für unsere Gesundheit von großer Wichtigkeit. Untersuchungen zeigen, dass UVB-Strahlung mit angemessener Dosis auf der Haut den Körper anregt, mehr Geschlechtshormone zu produzieren. Es gibt Hinweise, dass die Veränderungen des Lichts im Jahresverlauf die Melatoninausschüttung beeinflusst. Immer mehr Studien beschäftigen sich deshalb mit dem Zusammenhang von Licht und Schlaf. Auch der Zeitpunkt, wann das Sonnenlicht genutzt wird, spielt eine Rolle. Das rötliche Licht der Abendsonne, fand beispielsweise eine Studie heraus, kann die Sehkraft von über 40-Jährigen verbessern.
Die nützliche Wirkung von Sonnenlicht ist abhängig von dessen Verfügbarkeit und dem Hauttyp. Lichtgeräte erleichtern die Anwendung.
Der Begriff Photobiomodulation bezeichnet die Therapie mit Lichtwellen. Die Wirkung hängt stark von der Wellenlänge, der Dosis und der Behandlungsdauer ab. Zu wenig Licht bewirkt nichts, zu viel kann den Effekt ins Negative umkehren.
Mein Fazit zur Lichttherapie
Nach eingehender Beschäftigung habe ich festgestellt, dass viele Menschen sich nicht nur falsch ernähren, sondern auch einen falschen Umgang mit Lichtquellen haben. Sonnenbrillen sind schnell zur Hand. Das richtige Maß, wie viel Sonne uns guttut und ab wann sie schadet, können viele nicht abschätzen. Der Schlaf, die wichtigste Erholungsphase für unseren Körper, wird von Lichtquellen wie Handy- und Computer-Displays oder Straßenlaternen beeinflusst. Welche Wirkung diese haben können, zeigt eine Studie. Junge, gesunde Männer mussten bei einer sanften Beleuchtung schlafen. Die Melatoninausschüttung wurde von der Beleuchtung nicht beeinflusst, aber ihre Herzratenvariabilität (HRV) und Insulintoleranz wurde nachhaltig negativ beeinflusst.
Der verantwortungsbewusste Umgang mit Licht ist ein weiteres Puzzleteil bei der Behandlung von Menschen mit chronischen Krankheiten. Patienten mit einem metabolischen Syndrom können alle Ernährungsregeln befolgen und regelmäßig Sport treiben, aber was bringt ihnen ihr Bemühen, wenn ihre Insulintoleranz durch indirektes Licht während des Schlafs gestört wird?
Photobiomodulation als Therapie alleine wird bei vielen Patienten als Behandlung nicht ausreichen. Ich sehe die Behandlung mit Lichtwellen als zusätzliche Anwendung. Sie eignet sich hervorragend in Kombination mit dem IHT.
Mehr Wissen zur Photobiomodulation
Tipp: Wenn Sie sich für die Anwendung von Lichtgeräten interessieren, empfehle ich Ihnen meinen Videokurs „Grundlagen und Möglichkeiten der Photobiomodulation“. Im Videokurs wird die aktuelle Studienlage zu unterschiedlichen Einsatzbereichen vorgestellt – etwa zur Unterstützung von Schlaf, Haut, Sehvermögen oder Bewegungsapparat. Sie erfahren dabei, wie sich das natürliche Sonnenlicht im Verlauf des Tages gezielt für verschiedene Zwecke nutzen lässt.
Darüber hinaus erhalten Sie praxisnahe Empfehlungen zum Einsatz von Lichtgeräten. Themen wie optimaler Abstand, geeignete Wellenlängen, Anwendungsdauer und -häufigkeit werden im Kurs Schritt für Schritt erläutert.

