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Dr. Egor Egorov (Medizinischer Leiter von EGOLAS)

18. April 2026

Die Unterschiede von CO₂ und Hypoxie

Ein CO₂-Trockenbad und ein Intervall-Hypoxie-Training (IHT bzw. IHHT) haben jeweils eine ähnliche gesundheitsfördernde Wirkung auf den Körper, obwohl sie ganz unterschiedlich wirken: Einmal wird die Wirkung von einer Überschuss- und beim anderen Mal von einer Mangelsituation ausgelöst. Beide Methoden ergänzen sich trotz ihrer Vor- und Nachteile.

Beim IHT wirkt ein vorrübergehender Sauerstoffmangel. Bei CO2-Trockenbädern löst die Erhöhung der CO2-Konzentration im Blut die Wirkung aus. Beide Zustände sind dem Körper im Alltag vertraut, üblicherweise wenn er mehr Energie benötigt, wie z. B. für einen Sprint zum Bus oder wenn der Fahrstuhl ausfällt. Trotz der schnelleren Atemfrequenz und der erhöhten Sauerstoffaufnahme steigt die CO2-Konzentration im Blut an (Hyperkapnie). Je nach Fitnesszustand und Dauer der Aktivität sinkt die Sauerstoffsättigung im Blut. Es entsteht eine verminderte Sauerstoffversorgung (Hypoxie).

Die Wirkung von CO₂ und Hypoxie

Sowohl eine Hyperkapnie als auch eine Hypoxie lösen verschiedene positive Effekte im Körper aus, vorausgesetzt sie werden richtig angewendet. Bei beiden Methoden gilt: „Die Dosis macht das Gift“. Richtig dosiert, könnten Hyperkapnie und Hypoxie sehr nützlich sein. Bei falscher Anwendung können sie dem Körper auch schaden.

Beim IHT führt ein vorrübergehender Sauerstoffmangel zur Anreicherung des Hypoxiefaktors HIF- alpha. Die Abkürzung HIF steht für Hypoxia Inducible Factor. Er ist dafür zuständig, den Organismus langfristig daran zu gewöhnen, mit weniger Sauerstoff in der Atemluft auszukommen. Bei CO2-Trockenbädern ist es die Anreicherung von CO2 im Blut (Hyperkapnie), die die Effekte auf Mitochondrien, Blutgefäße, Nervenzellen und Schutzsysteme auslöst.

Als Reaktion auf den leichten Sauerstoffmangel oder die CO2-Anreicherung verdichten sich die Mitochondrien und verjüngen sich. Sie optimieren ihre Energiegewinnung, was zu mehr körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit führt. Außerdem verbessern sich die körpereigenen Schutzsysteme. Die vermehrte Bildung von Stickstoffmonoxid (NO) in den Gefäßinnenwänden, fördert die Durchblutung und löst weitere Prozesse aus. Die Blutgefäße werden wieder elastischer und anpassungsfähiger. Die Freisetzung des Wachstumsfaktors Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) bewirkt langfristig die Neubildung von Kapillargefäßen. Im Gehirn wird die Übertragung von Nervenimpulsen durch Einfluss von Hypoxie und CO2 optimiert. In einigen Bereichen kommt es sogar zur Bildung neuer Nervenzellen.

Trotz der vielen Ähnlichkeiten gibt es ein paar Unterschiede bei der Wirkung. Hyperkapnie hat beispielsweise eine stärkere anti-entzündliche Wirkung als die Hypoxie. Bei einigen Patienten wird die Wahl zwischen den beiden Methoden von diesen Unterschieden in der Wirkweise bestimmt.

Vor- und Nachteile von CO₂ und Hypoxie

Die vermehrte Bildung von roten Blutkörperchen ist eine typische Reaktion auf einen vorrübergehenden Sauerstoffmangel. Sportler nutzen die dünne Luft der Berge für mehr roten Blutkörperchen, um so ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Bei einigen Erkrankungen der roten Blutkörperchen wäre die vermehrte Bildung nicht ratsam, weshalb IHT eine Kontraindikation ist, aber nicht die Anwendung von CO2-Trockenbädern.

Aufgrund der ausbleibenden Aktivierung von HIF-alpha eignen sich CO2-Anwendungen auch zur Prävention, Begleittherapie und Nachsorge von Krebserkrankungen. Bei Tumoren mit einer lokalen, begrenzten Hypoxie und einer Beteiligung von HIF muss nicht wie bei einem IHT zwischen Nutzen und Schaden abgewogen werden.

Bei der Familienplanung ist der Einsatz von CO2 hingegen beschränkter. CO2-Trockenbäder dürfen nur zur Verbesserung der Fruchtbarkeit und zur Vorbereitung einer Schwangerschaft angewendet werden, aber nicht während der Schwangerschaft. Für das IHT hingegen gibt es Studien, die den Nutzen bei Risikoschwangerschaften bestätigen.

Die Wirkung eines CO2-Trockenbades spürt man sofort. Die gesteigerte Durchblutung löst im ganzen Körper ein warmes, wohliges Gefühl aus. Beim IHT ist während der Anwendung weniger wahrnehmbar. Von der Reduzierung des Sauerstoffanteils im Atemluftgemische bemerken viele Anwender trotz anfänglicher Bedenken wenig. Dass etwas im Körper passiert, zeigen nur die Veränderungen von Puls und Sauerstoffsättigung im Blut, die während der gesamten Dauer der Anwendung überwacht werden.

Mögliche Überdosierung von CO₂ und Hypoxie

Solange bei CO2-Trockenbädern die Anwendungsdauer eingehalten wird und die Sicherheitsvorkehrungen beachtet werden, kann nichts passieren. Bei einem IHT können Trainingseinstellungen falsch vorgenommen und Sicherheitsprogramme zu tief eingestellt werden. Die Tendenz zur Überdosierung ist vorhanden, weil sich ein IHT mit zu starken Trainingseinstellungen erst einmal nicht anstrengend anfühlt. Eine zu hohe Hypoxiedosis führt im Anschluss zu Kopfschmerzen und im schlimmsten Fall langfristig zu bleibenden Schäden.

IHT alleine oder in Kombination mit CO₂?

CO2-Trockenbäder ersetzten kein IHT und ein IHT keine CO2-Trockenbäder. Beide Methoden ergänzen sich gut. Wenn die Möglichkeit besteht, sollten beide kombiniert werden. Für Anwender in einem guten oder leicht eingeschränkten Gesundheitszustand ist es ideal, sie als Kur mit 10 bis 15 Anwendungen tageweise abzuwechseln. Nutzer mit größeren gesundheitlichen Problemen, wie z. B. bettlägerige Post-Covid-Patienten, Anwender mit einem Krebsrisiko oder mit Fettleibigkeit, sollten mit CO2-Trockenbädern unter ärztlicher Begleitung beginnen. Eine Kombination mit IHT ist erst ratsam, wenn sich ihr Zustand verbessert hat.

CO2-Trockenbäder können auch alleine ohne IHT angewendet werden. Für gesunde Menschen sind sie eine kostengünstige Möglichkeit, ihren Körper vor Krankheiten schützen und Alterungsprozesse zu verlangsamen.

Die Studienlage von CO₂ und Hypoxie

CO2-Trockenbäder und IHT werden schon seit sehr langer Zeit in der Medizin angewendet. Sie sind noch nicht so etabliert, dass sie jeder Arzt kennt oder jede Krankenkasse bezahlt, aber es gibt viele Studien zur Anwendung und Wirkweise. In der PubMed, der internationalen Datenband mit Veröffentlichungen zu medizinischen Themen, gibt es 1006 Einträge über CO2-Anwendungen und 2968 Einträge zur trainierenden Hypoxie (Stand 3/2026). 2019 wurde mit der Entdeckung des Hypoxie-Faktors HIF-1-alpha die Hypoxieforschung sogar mit dem Medizin-Nobelpreis gekrönt.

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